Oliver Jordan // Hochzeit des Lichtes - Hommage an Albert Camus
(Noces de Lumière - Hommage à Albert Camus)
Ausstellungeröffnung:  28. September 2013 | Ort: Grand Théâtre de Provence, Aix-en-Provence | Ausstellungsdauer: 29. September – 06. November 2013

tl_files/OliverJordan/CamusProjekt/Camus_3Portraits_Januar2013.jpgDas Grand Théâtre de Provence in Aix-en-Provence zeigt anlässlich der Feierlichkeiten zu Albert Camus’ 100. Geburtstag und in Kooperation mit dem Goethe Institut Paris und mit dem Centre Franco-Allemand de Provence die Ausstellung „Hochzeit des Lichtes - Hommage an Albert Camus“ des Kölner Künstlers Oliver Jordan. Gezeigt werden an die fünfzehn teils großformatige Gemälde zum Thema Albert Camus, Algerien und das Mittelmeer, welche überwiegend in der letzten Zeit entstanden sind - darunter auch einige Portraits des großen Philosophen und Literaten. 


Angeregt durch seine französische Ehefrau Helena Younès, die ihre ersten vier Lebensjahre in Algerien verbrachte, setzt sich Oliver Jordan bereits seit über 30 Jahren malerisch mit Albert Camus und dessen Texten, insbesondere „Hochzeit des Lichtes“ und „Heimkehr nach Tipasa“ auseinander. Es scheint wenige Orte zu geben, die das Leitmotiv Camus’ „das große Licht“ - die Sonne, das Licht des Mittelmeeres - eindringlicher repräsentieren als der Ort Tipasa. 1984 hat Oliver Jordan mit seiner Ehefrau Helena eine lange Studienreise nach Algerien (Algier, Oran, Tlemcen, Tipasa, etc.)unternommen.

„Im Frühling wohnen die Götter in Tipasa“ schrieb Albert Camus, (...) „sie reden durch den Duft der Sonne und den Duft der Wermutsträucher, durch den Silberküraß des Meeres, den grellblauen Himmel, die blumenübersäten Ruinen und die Lichtfülle des Steingetrümmers. (...) Eine Welt von Gelb und Blau tut sich auf ...“
Mit dem Schwelgen in Farben und der Unendlichkeit des Himmels preist Camus das Dionysische. Das Leben ist eine Tragödie zwischen Ausgelassenheit und Ruhe, Faszination und Unglück. Es geht darum, eine Mitte zu finden. Tipasa ist der Ort, an dem der Maler Oliver Jordan entschied, sich mit der Natur zu verbünden. Hier entstanden zahlreiche Skizzen, Zeichnungen und Reisenotizen, welche später, im Jahre 2004, im Bilderzyklus „Heimkehr nach Tipasa... für Camus, Helena, die Sonne und die Schönheit“ in Öl ausgeführt werden.

Die Initiative zur Ausstellung im Grand Théâtre de Provence ging von Madame Catherine Camus aus, der Tochter Albert Camus’. Über Freunde wurde sie auf Jordans Arbeiten zu Tipasa aufmerksam und nahm umgehend Kontakt zu dem Maler auf. Schnell konnte Sie auch den Direktor des Theaters für das Projekt begeistern und gewinnen.

Oliver Jordan (*1958 Essen) gehört zu den wichtigen Vertretern der deutschen Malerei in der Gegenwartskunst. Sein Stil liegt zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, Realismus und Expressionismus, je nachdem aus welcher Entfernung seine Bilder betrachtet werden. Eine große Menge an Ölfarbe kommt zum Einsatz, wird aufgetragen, verwischt, zerfurcht, weg- und abgekratzt und erneut übermalt.

Die Ausstellung „Camus, la Lumière et Tipasa“ im Grand Théâtre de Provence wird am 28. September eröffnet, begleitet durch ein Konzert des großen amerikanischen Folk-Sängers Eric Andersen, welcher in einem Atemzug mit Größen wie Bob Dylan, Phil Ochs oder Judy Collins genannt werden kann. In Aix wird Andersen mit Liedern und Texten auftreten, welche er anlässlich Camus’ 100. Geburtstag sowie der Ausstellung geschrieben hat.

 

(Hintergrundinformationen)

Oliver Jordan:
1983 heiraten Oliver Jordan und Helena Younès. Helena, in Paris geboren hatte die ersten vier Jahre ihres Lebens in Algerien verbracht und siedelte mit ihrer Familie von Algerien nach Paris 1964.

1974 hatte Helena mit ihrer Familie noch einmal Algerien bereist und dort unter anderem den „Ort der Sehnsucht“, Tipasa, für sich entdeckt.
Es scheint  wenig Orte zu geben, die das „große Licht“ - die Sonne, das Licht des Mittelmeeres, ein Leitmotiv bei Camus - eindringlicher repräsentieren als der Ort Tipasa.
Tipasa, „Hochzeit des Lichtes“ , „Heimkehr nach Tipasa“ - Albert Camus.

Die Hochzeits- und Studienreise führte Helena und Oliver Jordan 1984 nun wieder genau dorthin, nach Tipasa, Algiers, Oran, Tlemcen auf der Suche nach den von Camus so gepriesenen Mittelmeer- und Sonnenlandschaften. Hier entstanden eine Reihe von Skizzen, Zeichnungen und Reisenotizen, die schließlich 2004 in einer Ausstellung bei der Essener Galerie Ricarda Fox „Oliver Jordan - Heimkehr nach Tipasa... für Camus, Helena, die Sonne und die Schönheit“ ihren Niederschlag fanden.

Im Einführungstext zu dieser Ausstellung heißt es:
„Die Auseinandersetzung mit dem Werk des Philosophen und Literaten Albert Camus ist für Oliver Jordan nicht nur eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Schönheit, sondern insbesondere auch mit der Frage: Was macht den Menschen aus, wie soll er leben in dem Bewusstsein von Vergänglichkeit und Sterblichkeit?
Vor zwanzig Jahren verbrachte Oliver Jordan mit seiner jungen Frau Helena viele Wochen in Tipasa, einer Ruinenstadt in Algerien, dem Mittelmeer nahe.
„Im Frühling wohnen die Götter in Tipasa“ schrieb Albert Camus „... sie reden durch den Duft der Sonne und den Duft der Wermutsträucher, durch den Silberküraß des Meeres, den grellblauen Himmel, die blumenübersäten Ruinen und die Lichtfülle des Steingetrümmers.“
Camus Stimmungsbilder werden vor allem durch die Betonung der Farben geprägt: „Eine Welt von Gelb und Blau tut sich auf...“
Mit dem Schwelgen in Farben und der Unendlichkeit des Himmels preist Camus das Dionysische. Das Leben ist eine Tragödie zwischen Ausgelassenheit und Ruhe, Faszination und Unglück. Es geht darum, eine Mitte zu finden, anstatt sich in Extremen zu verlieren. Hier zeigt sich das, was Camus das „mittelmeerische Denken“ genannt hat. Ein Denken, das ein zyklisches Naturverständnis einschließt und bei Camus dem linearen Geschichtsverständnis entgegengesetzt wird.
In Tipasa saß der damals 26jährige Jordan auf den Steinen am Meer und zeichnete den Himmel, die Wolken und seine Frau Helena. Tipasa ist der Ort, an dem der Maler Jordan entschied, sich mit der Natur zu verbünden. Aus Liebe zur Natur rebelliert der Künstler von da an und konfrontiert uns mit einer neuen Gegenstandwelt, die in der bildenden Kunst schon als abgeschafft und überwunden galt. Jenseits aller glatten Oberfläche und auch Oberflächlichkeit postuliert er kurz darauf in seinem Zyklus „Verloren und gefunden in Blau“ eine Gegenständlichkeit, die sich die Energien von Werden und Vergehen zu Eigen macht.
In seinem neuen Zyklus „Heimkehr nach Tipasa ...“ geht Jordan gedanklich noch einmal zurück an diesen Ort und verarbeitet die dort entstandenen Skizzen zu den Bildern, die in dieser Ausstellung zum ersten Mal gezeigt werden.“

Der Stil der Malerei Oliver Jordan ist nicht eindeutig zu etikettieren. Ist er realistisch, wie es von Weitem gesehen den Anschein hat? Oder ist er expressionistisch, wie es von Nahem betrachtet der Fall zu sein scheint.
„Je mehr man in seine Bilder mit Bedacht- und Nachdenklichkeit eintaucht, um so mehr entdeckt man dort an Bild- und Farbschichtungen. Malen, übermalen, abkratzen, aufkratzen, wischen, wegkratzen, und dann schlussendlich das Reale. Wer sich auf die Arbeiten von Oliver Jordan eingelassen hat, der nimmt am Entschleunigungsprozess teil und er lernt gleichzeitig die neue Definition der Realismus in der zeitgenössischen Malerei.“ - Das schreiben zwei Koryphäen der gegenwärtigen Malerei, Dr. Euler-Schmidt/ Kölner Galerie am Kölner Stadtsmuseum und Dr. Andreas Blühm/Groningen Museum (vormals Wallraf-Richartz Museum, Köln, Van Gogh Museum, Amsterdam).

August 2010 nimmt die Tochter Albert Camus, Catherine Camus, zum ersten Mal Kontakt zu Oliver Jordan auf. Durch eine deutsch-französische Familie, Rainer und Anne Rohmer, die in Lauris und Dortmund wohnt, war ihr der Katalog dieser Ausstellung in die Hände gefallen. Sie war von den Portraits ihres Vaters berührt.
Sie lud Oliver und Helena zu sich nach Lourmarin zu einem Gespräch im September 2010 ein. Während der Begegnung im Haus von Albert Camus erzählte Catherine Camus, dass die Kraft und Vitalität dieser Malerei dem Wirken des Werks ihres Vaters ähnlich sei und sie die Arbeiten gerne in Verbindung mit dem hundertjährigen Geburtstag von Albert Camus ausstellen möchte.
Sie kontaktiert Dominique Bluzet, den Direktor des Grand Théâtre de Provence, um mit ihm das Projekt zu besprechen.

Im Oktober 2011 kommt es zu ersten Gesprächen mit Dominique Bluzet und seiner Assistentin Johanna Florès. Es wird eine große Ausstellung mit dem Titel: „Hochzeit des Lichtes - Hommage an Albert Camus“  zu den Geburtstagsfeierlichkeiten für Albert Camus geplant. Sie wird am 28. September eröffnet und zwei Monate dauern.
Circa 15 großformatige Gemälde von Oliver Jordan zum Thema „Mittelmeer-Tipasa-Camus“ entstehen neu.
Die neue Ausstellung basiert zum Teil auf die von 2004, die autobiographische Komponente (mit den Selbstportraits und Portraits von seiner Frau Helena) rückt jedoch in den Hintergrund. Im Vordergrund steht das Licht, das den Bildern eine metaphysische Dimension verleiht.
Gezeigt werden Portraits von Albert Camus, Landschaften aus dem Mittelmeer (Tipasa, Tlemcen, ...) und Philosophenportraits (Seneca, Epikur, Chrysippus).

Die Ausstellung im Grand Théâtre de Provence ist die Premiere einer Wanderausstellung, die nächstes Jahr im Herbst 2014 im LVR Landesmuseum Bonn gezeigt wird.



Eric Andersen:
Der amerikanische Sänger Eric Andersen ist Teil der großen alten amerikanischen Folk-Familie um Bob Dylan, Phil Ochs, Joni Mitchel, Judy Collins, Peter, Paul an Mary’s (u.a.), die in den frühen 60er Jahren die Werke von Rimbaud, Baudelaire, Jack Kerouac und Allan Ginsberg diskutierten und besangen. Eric Andersen, der auch schon mit Françoise Hardy zusammen gearbeitet hat, wird auf Anregung von Oliver Jordan für die Ausstellung und Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Albert Camus ebenfalls  Songs und Texte über Camus schreiben und in Aix-en-Provence zu Aufführung bringen.

 

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